Patrick Simon ist Cluster-Lead für den Bereich Rückmeldesystem (RMS) bei GFOS und stellvertretender Teamleiter in der Delphi-Entwicklung. Als Hauptentwickler vom RMS 3.0 treibt Patrick die technologische Weiterentwicklung der Lösung maßgeblich voran. Sein Fokus liegt dabei insbesondere auf modernen Plattform-Ansätzen, die eine einheitliche Nutzung über Windows-, Android- und iOS-Geräten hinweg ermöglichen.
Du beschäftigst dich intensiv mit unserem neuen Rückmeldesystem: Was genau steckt hinter RMS 3.0?
Patrick: RMS steht für Rückmeldesystem und ist ein zentraler Bestandteil der GFOS-Betriebsdatenerfassung. Über das RMS werden sämtliche Rückmeldungen aus der Produktion erfasst – beispielsweise Buchungen zu Aufträgen, Zeiten oder Zuständen.
Mit der neuen Version 3.0 haben wir das System technologisch grundlegend weiterentwickelt und vor allem deutlich flexibler gemacht.
Was versteht man unter Betriebsdatenerfassung?
Betriebsdatenerfassung (BDE) bezeichnet die systematische Erfassung relevanter Daten, wie Auftragsinformationen, Maschinenzustände oder Stückzahlen, die während eines Produktionsprozesses entstehen. Innerhalb von Manufacturing Execution Systems – wie GFOS.Smart Manufacturing – ist die BDE ein integraler Bestandteil und sorgt dafür, dass Daten mithilfe von Terminals, Scannern oder mobilen Geräten direkt auf dem Shopfloor erfasst, verarbeitet und für Auswertungen bereitgestellt werden. Ziel ist es, Transparenz innerhalb der Fertigung zu schaffen, eine Grundlage für fundierte Entscheidungen zu liefern und so Produktionsprozesse nachhaltig zu optimieren.
Was ist ein Rückmeldesystem (RMS)?
Ein Rückmeldesystem (RMS) ist eine Funktion, über die Mitarbeiter Produktionsdaten auf dem Shopfloor erfassen. Es stellt die Benutzerschnittstelle der Betriebsdatenerfassung dar und ermöglicht es, Rückmeldungen zu Aufträgen, Zeiten oder Störungen strukturiert einzugeben und an weitere Systeme zu übermitteln.
Was unterscheidet das RMS 3.0 konkret von der Vorgängerversion?
Patrick: Der größte Unterschied ist die Multiplattform-Fähigkeit. Während die älteren Versionen noch ausschließlich auf Windows ausgelegt waren, läuft das RMS 3.0 sowohl auf Windows als auch auf Android und iOS. Das war eine der größten Herausforderungen in der Entwicklung.
Für Unternehmen bedeutet das: Sie können frei entscheiden, welche Geräte sie einsetzen – vom klassischen Industrie-PC bis hin zum Tablet oder Smartphone. Gleichzeitig werden verschiedene Ansichten bereitgestellt, die je nach Auflösung und Gerät zugeordnet werden können. So stellen wir sicher, dass die Nutzung in jeder Umgebung optimal unterstützt wird.
Welche Herausforderungen löst das RMS 3.0 in der Praxis für Unternehmen?
Patrick: Ein großes Thema ist die zunehmende Gerätevielfalt in der Produktion. Viele Unternehmen möchten heute nicht mehr ausschließlich auf fest installierte Terminals setzen, sondern mobil arbeiten. Gleichzeitig verändern sich auch die Geräte selbst: Klassische Handscanner werden beispielsweise zunehmend durch moderne Android-basierte Geräte ersetzt. Genau hier setzt unser Rückmeldesystem RMS 3.0 an.
Das System bietet zudem umfangreiche Status- und Monitoring-Funktionen. Nutzer sehen jederzeit, in welchem Zustand sich ihre Geräte befinden, ob Updates anstehen, ob es Verbindungsprobleme gibt, ob Fehler aufgetreten sind und vieles mehr. Das erleichtert die Steuerung im laufenden Betrieb erheblich.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Flexibilität im Einsatz: Durch die Möglichkeit umfangreicher Parametrierungen können Unternehmen das System sehr genau an ihre Prozesse anpassen.
Du hast die Parametrierbarkeit schon angesprochen – wie flexibel ist das System wirklich?
Patrick: Sehr flexibel. Beim RMS 3.0 können Nutzer nahezu die gesamte Oberfläche individuell konfigurieren – von einfachen Beschriftungen bis hin zu ganzen Eingabemasken. Das Besondere dabei: Viele Anpassungen können die Kunden selbst oder mithilfe unserer Beratung im RMS-Studio umsetzen. Bei komplexeren Anforderungen unterstützt zusätzlich die Entwicklung – etwa bei der grundlegenden Umsetzung, die anschließend zusammen mit Beratung und Kunde weiter ausgestaltet werden kann. Dadurch entsteht ein System, das exakt auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten ist – und das ohne zeitaufwendige Tickets oder Anschaffung weiterer Softwarelösungen. Zusätzlich lassen sich bekannte Dashboard-Widgets aus dem GFOS.Smart Manufacturing und GFOS.Workforce Management auch im Rückmeldesystem nutzen, wodurch sich der Funktionsumfang je nach Anwendungsfall gezielt erweitern lässt.
Gerade in der Produktion ist Zuverlässigkeit entscheidend. Wie stellt das RMS 3.0 sicher, dass keine Daten verloren gehen?
Patrick: Ein zentrales Feature des RMS 3.0 ist die Offline-Fähigkeit. Wenn ein Gerät vorübergehend keine Verbindung zum GFOS-Server hat, werden alle erfassten Daten lokal zwischengespeichert und automatisch synchronisiert, sobald wieder eine Verbindung besteht. Das sorgt dafür, dass Buchungen jederzeit möglich sind – unabhängig von der Netzqualität – und keine Informationen verloren gehen.
Wie wird das RMS 3.0 im Unternehmen eingeführt?
Patrick: Wir haben großen Wert auf eine einfache Inbetriebnahme gelegt. Nutzer werden Schritt für Schritt durch ein Setup geführt, sodass das System schnell einsatzbereit ist. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Geräte wie beispielsweise Smartphones bereits vorkonfiguriert über das Mobile-Device-Management bereitzustellen. Dadurch entfällt ein Großteil des manuellen Einrichtungsaufwands.
Kommt das Rückmeldesystem ausschließlich in der Produktion zum Einsatz?
Patrick: Der Schwerpunkt liegt klar im MES-Umfeld, also in der Produktion. Gleichzeitig ist das System aber so flexibel, dass sich auch andere Anwendungsfälle abbilden lassen – zum Beispiel Funktionen aus der Zeitwirtschaft wie Kommen-, Gehen oder Dienstgang-Buchungen aber auch spezielle Szenarien wie Evakuierungslisten.
Wenn du den Mehrwert für die Nutzer in wenigen Punkten zusammenfassen müsstest – was sind die wichtigsten Vorteile?
Patrick: Kurz gesagt: Flexibilität in der Nutzung, weniger Aufwand durch zentrale Anpassungsmöglichkeiten, hohe Betriebssicherheit durch Offline-Fähigkeit und eine intuitive Nutzung durch einheitliche Benutzeroberflächen unabhängig vom eingesetzten Gerät.
Zum Abschluss: Was macht das RMS 3.0 für dich persönlich besonders?
Patrick: Für mich ist es vor allem die Kombination aus moderner Technologie und hoher Praxisnähe. Wir schaffen eine Lösung, die technologisch auf dem neusten Stand ist, gleichzeitig konkrete Anforderungen aus der Produktion bedient und Nutzer im Arbeitsalltag einen echten Mehrwert bietet.
Überzeugen Sie sich von der flexiblen Betriebsdatenerfassung von GFOS
Geräteunabhängig und effizient unterstützt unsere BDE bei der Erfassung Ihrer Produktionsdaten und schafft Transparenz auf dem Shopfloor.